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Carolina Brun/ Enzmann

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Caroline Brun, Feldmoos, Escholzmatt - Luzerns erste Automobilistin



Caroline Brun


Fräulein CAROLINA BRUN war erste Automobilistin im Kanton Luzern und wohl praktisch überhaupt eine der ersten Frauen der Schweiz mit eigenem immatrikuliertem Auto und einer Fahrbewilligung.

Ab 1901 wurden gemäss Regierungsrats-Beschluss des Kantons Luzern ( Paragraph 7 der VO) erstmals für alle Autos ein polizeiliche Bewilligung und ein Kontroll-Schild (Vor-Konkordats-Schilder) vorgeschrieben. Der Kanton Luzern hatten 1902 8, 1903 17, 1904 30 und 1905 40 Autofahrer verzeichnet, die Fahrzeuggebühren einbezahlt. Carolina Brun dürfte um diese Zeit ihre erste Auto-Kontrollschild-Nummer eingelöst haben., Ab 1905 wurden dann vom Kanton Luzern die Konkordats-Auto-Kontrollschilder (aus der zugewiesenen Serie LU 2201 - LU 2600) abgegeben Im ersten handgeschriebenen Auto-Index von 1917 wurde Fräulein Carolina Brun unter der Nummer LU 2217 aufgeführt. Also bekam sie wohl ganz am Anfang der schweizweiten Einführung der Konkordats-Kontrollschilder (im Jahre 1905) ihre Auto-Kontrollschild-Nummer! Gemäss Führerausweis-Verzeichnis der Autokontrolle Luzern von 1922 besass überdies Fräulein Carolina Brun den Führerausweis mit der Nummer 27.

Somit ist einwandfrei nachgewiesen, dass Carolina Brun 1905 oder gar schon früher einen Führerausweis besass und ein Auto mit eigenen Kontrollschildern fuhr.

Im ersten gedruckten Luzerner Auto-Index 1925 war Carolina Brun eigentümlicherweise nicht mehr aufgeführt, die Nummer LU 2217 weiter vergeben. 1927 hatte sie gemäss Luzerner Auto-Index LU 2211, ebenfalls 1928. Und ab 1932 (Fräulein Brun war damals 71 jährig) war sie nicht mehr im Luzerner Auto-Index erwähnt, sie hatte wohl das Autofahren endgültig eingestellt. Ihr Schild LU 2211 wurde im Auto-Index als ungültig aufgeführt.

Ob Fräulein Brun schon vor 1902 mit einem Auto umher fuhr, ist nicht bekannt. Immerhin waren aber den Behörden des Kantons Luzern 1901 noch keine Autos gemeldet. Altersmässig wäre das bei Carolina Brun durchaus möglich gewesen, dass sie bereits vorher ein eigenes Auto besass, als noch keine Auto-Kontrollschilder und Abgaben vorgeschrieben waren, denn 1901 war sie ja bereits 40jährig. - Doch was war nun diese Carolina Brun für eine Person ??




Feldmoos, Escholzmatt



1894 hatte Fräulein Brun gemäss Luzerner Adressbuch einen Weisswaren-Laden am Hirschengraben 50, Luzern. Sie führte diesen Laden mit Frau Anna Marie Brun-Talleri, die ihrerseits an der Gibraltarstr. 6 eine Spezereihandlung besass. 1911 führte Carolina Brun (gemäss Luzerner Adressbuch) ein Chemiserie- und Lingerie-Geschäft an der Kasimir-Pfyfferstr. 2 in Luzern. 1921 zog sie mit dem Geschäft an die Kasimir-Pfyfferstr.1 in Luzern um. Zusammen mit ihrer Freundin Sofie Boog hatte sie dieses stattliche Gebäude (Hallwylerhof) erstellen lassen und die beiden Frauen bewohnten es nun auch.





Fräulein Karolina Brun nahm als Mitglied des ACS immer wieder mit ihrem Auto an den organisierten Ausflügen mit Kindern aus Heimen (aus der näheren Umgebung von Luzern) teil. Das fand natürlich seinen Niederschlag in den Luzerner Zeitungen und dies wiederum war gratis Reklame für Fräulein Carolina Brun und ihr Geschäft, da sie immer in den Berichten namentlich erwähnt wurde. 1926 verkaufte Carolina Brun ihr Geschäft an den nahen Verwandten Robert Brun, der ebenfalls im Hause Kasimir-Pfyfferstr.1 wohnhaft war. Dieser führte das Geschäft unter dem Namen Robert Brun, vorm. Carolina Brun, weiter. Er erweiterte es in ein Mass-Atelier sowie ein Weisswaren- und Vorhänge-Geschäft (gemäss Luzerner Adressbuch 1929).

Als Carolina Brun am 1.2.1940 verstarb, ging das Haus Kasimir-Pfyfferstr.1 ganz an Fräulein Sofie Boog über, welche die herrschaftliche Liegenschaft mitten in der Stadt einige Jahre später an eine Drittperson verkaufte.

Carolina Brun war eine hübsche, stattliche und markante Person. Das unbekannte junge Fräulein aus dem Entlebuch wurde in Luzern eine bekannte Persönlichkeit und Geschäftsfrau und war in der Zentralschweiz als erste Automobilistin Pionierin ! Als Carolina Brun in Luzern mit ihrem Auto umherfuhr, gab es noch verschiedene Kantone ohne einheimische Autobesitzer und zu dieser Zeit (Sommer 1904) löste der Arzt und Politiker Dr. W. Kesselbach, Altdorf, als erster ein Motorfahrzeug im Kanton Uri ein.

Heute noch leben Nachkommen des Stammes Brun-Vogel in Feldmoos, Escholzmatt. Und einer dieser Nachkommen, der von Escholzmatt wegzog, engagierte sich vor Jahren sogar kürzere Zeit im Autorennsport.





Enzmann 506 2-Sitzer Sportwagen aus Schüpfheim










In Schüpfheim betrieb E. Enzmann die Adler-Garage (Fiat- und Citroen-Vertretung) sowie das Hotel Adler. Er hatte sechs Söhne. Einer davon, Dr. med. Emil Enzmann, entwarf im Jahre 1952 den ENZMANN 506 als sicherer, sparsamer und leichter 2-Sitzer-Sportwagen Man verwendete für den Bau des Autos ein leicht abgeändertes VW-Käfer-Chassis und eine Kunststoff-Karosserie (Polyesterharz mit Glasfasermatte), verzichtete wegen des Gewichtes (um 550 kg) auf Türen. Statt dessen wurden die Flanken mit Trittnischen versehen. In der Normalausführung hatte es einen üblichen VW-Motor von 1192 ccm Zylinderinhalt und dank zusätzlichem Judson-Kompressor und MAG-Niederdruckgebläse eine Leistung von 42 PS, d.h. 6 Steuer-PS. Maximalgeschwindigkeit 135 km/h. Das Auto war einen Meter hoch. 1956 war der Prototyp fertig. Zuerst wurde das Auto nur als Spider ohne Verdeck gebaut, später auch als Cabriolet mit verschiedenen Dachkonstruktionen.












Enzmann Cabriolet








Enzmann Coupe



Garage Enzmann



Produktion Enzmann


Die Premiere hatte das Fahrzeug 1956 am Comptoir Suisse in Lausanne. Das Fahrzeug kostete je nach Version zwischen Fr. 9300 - Fr. 9900.- (die Rohkarosserie kostete allein knapp Fr. 4000.-). Der Enzmann 506 (die 506 bekam es 1957 vom Stand 506 an der IAA in Frankfurt, wo das Fahrzeug ausgestellt war) hatte damals schon, da es ja ein Arzt entwarf, als Sicherheit eine durchgezogene Plexiglas-Scheibe und somit ein Cockpit ohne Zugluft, anatomisch geformte Schalensitze, Sicherheitsgurten, einen Beifahrer-Aufprallschutz sowie einen hochgezogenen Nackenschutz mit integriertem Überroll-Bügel. Mehrere Käufer liessen Porsche-Motoren in das rassige Fahrzeug einbauen um es noch schneller und renntüchtig zu machen. Es wurden insgesamt um 100 Autos gebaut.

Leider sah dann der VW-Chef Nordhoff im Enzmann-Sportwagen einen Konkurrent zu seinem VW-Karmann, weshalb er keine Karosserie-Kits mehr lieferte, man musste daher 1968 die Produktion des Enzmann 506 einstellen.




Quellen: Fam. Brun und Enzmann, sowie Fam. Morger Luzern



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